27. Februar 2015

Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks

Mit Der Ruf des Kuckucks möchte ich euch heute einen außergewöhnlichen Krimi vorstellen, der ganz im Stil der traditionellen Detective Novel geschrieben ist und sich damit wohltuend von den vielen Thrillern unterscheidet, die aus einer Aneinanderreihung von grausamen Szenen bestehen.

Tod eines Supermodels

Das Supermodel Lula Landry stürzt vom Balkon ihres Penthouses im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod. Da sie als psychisch instabil galt, geht die Polizei von Selbstmord aus und betrachtet den Fall als abgeschlossen.

Berechtigte Zweifel

Lulas Adoptivbruder John Bristow glaubt jedoch nicht an Selbstmord und bittet Cormoran Strike, Afghanistan-Veteran und Privatdetektiv, eigene Ermittlungen anzustellen. Obwohl Strike nicht davon ausgeht, dass es hier viel zu ermitteln gibt, nimmt er den Fall an, denn Bristow bietet ihm ein Honorar, das er nicht ablehnen kann - zumal er nach dem Scheitern seiner Beziehung mit der reichen und divenhaften Charlotte in seinem Büro wohnt und hochverschuldet ist.

Gefährliche Ermittlungen

Gemeinsam mit seiner Sekretärin Robin Ellacott ermittelt Strike in der Welt des schönen Scheins und entdeckt bald, dass hinter dem Fall viel mehr steckt, als es den Anschein hatte. Seine Nachforschungen bringen ihn in höchste Gefahr, denn jemand will unbedingt verhindern, dass er der Wahrheit zu nahe kommt...

Cormoran Strike: Anti-Held auf dem Tiefpunkt

Mit Cormoran Strike hat Robert Galbraith einen einzigartigen Anti-Helden erschaffen. Unterschenkelamputiert und immer noch traumatisiert von seiner Zeit in Afghanistan, befindet sich Strike auf dem Tiefpunkt seines Lebens. Sein heruntergekommenes Äußeres reflektiert seinen Seelenzustand. Doch sein neuer Fall - und auch seine neue Aushilfe Robin - reißen ihn aus seiner Lethargie. Er kämpft sich mühsam zurück, und am Ende muss man sich als Leser eingestehen, dass man ihn doch irgendwie mag, diesen Einzelgänger und Sonderling, den Galbraith nicht als Sympathieträger angelegt hat.

Gelungenes Erstlingswerk"

Schon als ich die ersten Seiten des Romans gelesen hatte, wusste ich, dass mir die Geschichte gefallen würde. Sie ist zwar altmodisch" geschrieben, aber trotzdem sehr spannend. Die Figuren sind allesamt gut erdacht, vor allem Strike ist sehr gelungen. Die Auflösung am Ende verspricht eine wirkliche Überraschung.

Robert Galbraith: Pseudonym einer weltbekannten Schriftstellerin

Hinter Robert Galbraith steckt keine Geringere als Joanne K. Rowling, die Schöpferin von Harry Potter. Sie hatte das männliche Pseudonym gewählt, um sich frei von der immensen Erwartungshaltung an ihre Person an einem weiteren literarischen Terrain zu versuchen. Leider wurde das Geheimnis ihres Pseudonyms nur wenige Monate nach Erscheinen der englischen Originalausgabe gelüftet - die Sunday Times soll durch einen unvorsichtigen Twittereintrag hierauf gestoßen sein.

Ausnahmetalent

Joanne K. Rowling wurde 1965 in Yate, South Gloucestershire/Großbritannien, geboren und wuchs in Winterbourne auf. Sie las schon als kleines Mädchen sehr gerne und schrieb bereits im Alter von 5 bzw. 6 Jahren ihre erste Geschichte. Später studierte sie dann Französisch und Klassische Altertumswissenschaften an der University of Exeter, wo sie auch ihren Abschluss machte. Nach einem längeren Portugal-Aufenthalt kehrte sie nach England zurück, wo sie als alleinerziehende Mutter zunächst von Sozialhilfe lebte. Sie griff ihre frühere Idee zu einem Roman über einen pfiffigen Zauberlehrling wieder auf und erschuf damit eine der wohl berühmtesten literarischen Figuren aller Zeiten: Harry Potter.

Weitere Informationen über J. K. Rowling findet ihr unter www.jkrowling.com und robert-galbraith.com.


Originalausgabe: Galbraith, Robert. The Cuckoo's Calling. London: Sphere, 2013.
Deutsche Ausgabe: Galbraith, Robert. Der Ruf des Kuckucks. Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz. Blanvalet Verlag/Randomhouse, November 2013 (ISBN: 978-3-442-38321-4).
Bildquelle: www.randomhouse.de

Kommentare:

  1. Hi Rosa,
    Das wusste ich gar nicht, dass sie unter einem männlichen Pseudonym schreibt...
    LG Bee

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  3. Hey Bee,
    ja, ich war auch überrascht, dass J.K. Rowling unter einem männlichen Pseudonym schreibt.
    LG Rosa

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