26. August 2015

Serientipp: "Death in Paradise"
Ein britischer Detective in der Karibik

© Edel AG
Brillante Krimiserie vor traumhafter Kulisse

Passend zum schwül-heißen Sommer stelle ich euch heute meine absolute Lieblings-Krimiserie vor: Death in Paradise. Diese britisch-französische Koproduktion, die seit 2012 auch im deutschen Fernsehen (zdf neo) zu sehen ist, zählt für mich zu den besten Serien der letzten Jahre, weil sie auf einem brillanten Konzept basiert: Jede der spannenden Krimi-Folgen ist mit einer Brise guter englischer Comedy gewürzt. Insofern ist Death in Paradise ein kleines Juwel für Freunde des britischen Humors, der die Serie umso sehenswerter macht. 

Einzigartige Mischung aus Crime und Comedy

Death in Paradise wurde nach einer Idee von Robert Thorogood realisiert, dessen Erstlingswerk gleich zu Beginn sehr erfolgreich war und es auch nach mittlerweile vier Staffeln immer noch ist. Die fünfte Staffel wurde bereits in Auftrag gegeben - ein Beweis dafür, dass die Zuschauer von dieser Serie nicht genug bekommen können. Gedreht wurde diese originelle Krimiserie übrigens auf der traumhaft schönen Insel Guadeloupe (Ortschaft: Deshaies), die in der Serie das fiktive St. Marie ist.

Living Hell

Der Londoner Detective Inspector Richard Poole (Ben Miller) wird auf die Karibikinsel St. Marie versetzt, um dort den Mord an seinem Kollegen aufzuklären. Ein Kulturschock für den pedantischen Briten, denn alles in diesem Paradies ist ihm einfach zuwider: Die Hitze, die Sonne, die Sandstrände und selbst das Meer sind für ihn die Hölle, und so versucht er, den Fall in kürzester Zeit zu lösen, um so schnell wie möglich wieder in sein geliebtes London zurückzukehren. Er denkt gar nicht daran, sich den karibischen Gegebenheiten anzupassen und verzichtet auch bei über 40 Grad nicht auf seinen altmodischen Anzug und seine Krawatte. 




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Das ihm zur Seite gestellte tiefenentspannte Team bestehend aus der erstklassigen Ermittlerin Camille Bordey (Sara Martins), Fidel Best (Gary Carr) und Dwayne Myers (Danny John-Jules), das der Inbegriff karibischer Lässigkeit und Lebensfreude ist, kann mit dem komischen Kauz zunächst nichts anfangen, doch schon bald erkennen sie, das hinter der undurchdringbaren Fassade des Erbsenzählers ein Mastermind steckt, der durch geniales Kombinieren den vertrackten Fall zum Erstaunen aller schließlich lösen kann und den Killer zur Strecke bringt. Als Poole nach getaner Arbeit im Geiste schon wieder auf dem Rückweg nach London ist, teilt man ihm zu seinem Entsetzen mit, dass er fortan als Chefermittler auf St. Marie bleiben muss. Eine Hiobsbotschaft für Poole, der seine Umgebung einfach nur fürchterlich findet. Und so quartiert er sich übellaunig in das kleine Haus seines verstorbenen Vorgängers ein, das direkt an einem wunderschönen Strand liegt - eine Horrorlocation für Poole, der Sand ganz besonders hasst. Aber es bleibt ihm nicht viel Zeit, um mit seinem Schicksal zu hadern, denn ein neuer Fall steht bereits an. Nach und nach lernt er sein Team zu schätzen und ganz besonders die schöne Camille, die von Pooles arroganter Art in keiner Weise eingeschüchtert ist, schafft es, zumindest zeitweise seine kühle Fassade zu durchdringen.



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Schon nach der ersten Folge war ich restlos begeistert. Dies lag vor allem an den einzigartigen Charakteren und den großartigen Schauspielern, die sie so gekonnt porträtieren. Allen voran Ben Miller, der Poole so hervorragend verkörpert, dass es eine wahre Freude ist. Miller überzeichnet seine Serienfigur bewusst, jedoch ohne sie ins Lächerliche zu ziehen oder sie zur Karikatur zu machen. Und dies ist auch ein Genuss für die Zuschauer: Mitzuerleben, wie dieser gefühlsarme Brite gegen seinen Willen ganz langsam auftaut, ohne dabei seine exzentrischen Eigenarten abzulegen, ist schon ein ganz besonderes Erlebnis. Ich kannte Ben Miller übrigens noch aus der wunderbaren Comedy-Reihe The Armstrong & Miller Show, die sich in England großer Beliebtheit erfreute und herrlich witzig ist.

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Sara Martins ist ebenso perfekt in ihrer Rolle als Camille Bordey, die neben Charme und Witz auch über einen ausgezeichneten Ermittlerspürsinn verfügt. Sie ist das feurige Pendant zu Poole, der primär ein Kopfmensch ist. Ein besonders gelungener Charakter ist auch Camilles Mutter, Catherine Bordey, die von Élisabeth Bourgine mit viel Herz und Esprit dargestellt wird. Catherine gehört eine trendige Strandbar auf St. Marie. Sie sucht immer noch nach einem geeigneten Mann für Camille, der das Verhalten ihrer Mutter oft peinlich ist. Bei Richard ist sie zwiegespalten: Einerseits verabscheut sie sein oftmals schlechtes Benehmen und sein Desinteresse an lokalen Bräuchen, aber andererseits kocht sie ihm sein geliebtes englisches Essen, weil sie weiß, dass sich hinter seiner rauen Schale eigentlich ein ganz netter Kerl verbirgt.

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Ergänzt wird Pooles Team noch von den beiden Polizisten Fidel und Dwayne. Während der junge Fidel sehr ernsthaft und beflissen ist und seine Karriere vorantreiben möchte, hat der ältere Dwayne die Arbeit nicht erfunden. Er feiert gerne, hat ständig wechselnde Freundinnen und macht auch mal ein Nickerchen im Büro. Aber er ist ein mindestens genauso guter Polizist wie Fidel und bedient sich zur Lösung von schwierigen Fällen schon mal gerne seiner dubiosen Kontakte.

Ein würdiger Nachfolger: Detective Inspector Humphrey Goodman

Als Ben Miller nach zwei Staffeln ausstieg, war ich sehr enttäuscht und dachte mir, dass die Serie ohne ihn nicht mehr dieselbe sein würde, doch sein Nachfolger, der britische Schauspieler Kris Marshall, der durch die Serie My Family bekannt wurde, ist ein würdiger Ersatz. Er spielt Detective Inspector Humphrey Goodman, der in Pooles Fußstapfen tritt, sehr pointiert.

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Im Gegensatz zu Poole ist Goodman sofort begeistert von der Insel, den Menschen und ihren Gebräuchen. Doch er ist ein totaler Chaot und bringt sein Team oft zur Verzweiflung. Er benutzt keinen altmodischen ledernden Schreibblock wie Poole, sondern notiert sich alles auf Servietten, was Camille schier wahnsinnig macht. Beim ersten Zusammentreffen mit seinen Mitarbeitern fällt er in seiner ungeschickten Art sogar aus dem Fenster, und sein Team erkennt schnell, dass sie nach Poole einen weiteren exzentrischen Briten zum Chef haben.

Mitreißender Soundtrack

Alles in allem ist Death in Paradise eine spannende und zugleich wunderbar leichte Krimiserie, die großes Suchtpotential hat. Besonders zu erwähnen ist noch der tolle Soundtrack, allen voran der jamaikanische Titelsong You're Wondering Now von The Specials, mit Stars wie Harry Belafonte, Sean Paul, Jimmy Cliff, Blondie u.v.m.

Staffeln 1 - 3 von Death in Paradise sind im Handel erhältlich. Wenn euer Schulenglisch gut ist, schaut euch die Folgen unbedingt auch auf Englisch an. Es lohnt sich!

Mein herzlicher Dank gilt der Edel AG, Hamburg, www.edel.com, und der Glücksstern-PR, Steinheim, www.gluecksstern-pr.de, die mir freundlicherweise alle o.a. Fotos inkl. DVD-Cover von Death in Paradise zur Verfügung gestellt haben.

Kommentare:

  1. Hallo Rosa,

    oh ja, ich mag diese Serie auch sehr. Diese Kombination aus britischem Humor und Korrektheit sowie Laissez-faire der Inselbewohner hat sein ganz eigenen Reiz. Leider kommen die Folgen derzeit nicht auf zdfneo, aber ich habe Vertrauen, dass das nicht lange so bleiben wird.

    Viele Grüße
    Jana

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  2. Liebe Jana,

    wie schön, noch ein Fan :).

    Ich finde es auch so schade, dass die neuen Folgen derzeit noch nicht laufen, aber ich glaube, es geht im September wieder los.

    Ich kann es immer nie abwarten und lade mir die neuen Folgen immer bei iTunes runter:).

    Viele Grüße

    Rosa

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