1. Oktober 2015

#Blogfragen für Buchblogger


Auf zwei Blogs, die ich gerne lese - Caterinas Schöne Seiten und Verenas Flying Thoughts - bin ich auf den kompakten Fragebogen des Journalisten, Literaturkritikers und Bloggers Stefan Mesch gestoßen, den ich sehr gelungen finde. Hintergrund dieser Aktion ist, dass Mesch, wie er im Vorspann zu seinem Fragebogen schreibt, in vielen About Me-Seiten und zahlreichen Gesprächen mit Bloggern keine Antworten auf die vielen Fragen findet, die er gerne beantwortet hätte. Dem kann Abhilfe geschaffen werden: Hier sind meine Antworten auf eine Auswahl von Stefan Meschs Fragen:

Das Lieblingsbuch meiner Mutter


Das Lieblingsbuch meiner Mutter ist und bleibt John Steinbecks zeitloser Klassiker Jenseits von Eden

Das Lieblingsbuch meines Vaters

Mein Vater las nur Tageszeitungen und Magazine, keine Bücher.

Ich führe einen typischen Bücherblog, weil...

Mein Bücherblog ist kein typischer Bücherblog, denn er beinhaltet neben Buchrezensionen, die im Fokus stehen, auch Literaturverfilmungen, Poesie, Theater, Ausstellungen u.ä. Ich habe mich für diese spezielle Blog-Art entschieden, weil ich nicht nur eine begeisterte Leserin bin, sondern weil mich alles rund um Kultur interessiert.

Am Bloggen überrascht mich, dass...

Am Bloggen überrascht mich, wie sehr es mich entspannt. Ich konnte mir angesichts meines hektischen Jobs zu Beginn gar nicht vorstellen, dass ich für dieses Hobby viel Zeit erübrigen kann, aber es funktioniert - ganz einfach, weil es Spaß macht und einen guten Ausgleich bietet.  

Helfen Amazon-Rezensionen?

Mir helfen sie nicht. In der Vergangenheit habe ich des Öfteren mal die eine oder andere Amazon-Buchbesprechung gelesen, aber ich finde die meisten nicht sehr wegweisend.

Hilft Literaturkritik in Zeitungen oder Magazinen?

Ja, sie hilft sehr, und ich habe hier schon viele gute Buchtipps erhalten. Allerdings lade ich mir zumeist Leseproben herunter, bevor ich ein Buch kaufe. Es war schon oft der Fall, dass mich die Rezension eines Literaturkritikers neugierig gemacht hat, ich mich aber nach Lektüre der Leseprobe gegen einen Kauf entschieden habe, weil mir z. B. der Schreibstil des Autors/der Autorin nicht gefiel.

Helfen Blogs?

Bedingt. Ich lese einige Bücherblogs sehr gerne, denn sie machen mich oftmals auf Romane u.ä. aufmerksam, die mir bei der ganzen Bücherflut sonst vielleicht entgangen wären. Dies müssen dann aber nicht unbedingt die Romane sein, die ich später rezensiere.

Wahr oder falsch: "Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte."

Falsch. In meinem persönlichen Umfeld kann ich mich mit vielen über Bücher austauschen.

Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten 

Ich lese quer durch alle Genres, stelle aber prinzipiell nur die Bücher vor, die mich begeistert haben. Wenn mir ein Roman absolut nicht gefällt, halte ich es für vertane Zeit, ihn vorzustellen und aufzuzeigen, warum er mir nicht zusagt.

Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?

Die Frage kann ich - noch - nicht beantworten, da ich noch nicht sehr lange blogge. Es würde mich aber schon interessieren, ob ich eine Zielgruppe habe und, wenn ja, welche.

Habe ich Vorbilder?

Nein.

Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen?

Mein früheres Lese-Ich hat im Studium streng nach Literaturkanon - Klassiker aller Epochen - gelesen. Zeit für spontane Lektüre hatte ich kaum. Heute suche ich nach für mich interessanten Büchern zwar oft im Internet, aber so richtig Spaß macht es mir, entweder in einer großen Buchhandlung oder auch in einem kleinen traditionellen Buchladen ganz entspannt nach Büchern zu stöbern. Ich glaube im übrigen nicht, dass man lernen kann, Bücher besser auszusuchen, da man sie zumeist nach Interessenslage bzw. nach sehr individuellen Kriterien (manchmal sogar nur nach dem Cover) auswählt. Hier ist natürlich auch der sogenannte Klappentext entscheidend. Auf letzteren verlasse ich mich aber nicht mehr allzu sehr, denn es ist mir schon oft passiert, dass ich nach Lektüre eines Romans dachte, dass der Verfasser des Klappentextes das Buch wohl nicht gelesen hat.

"Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche" oder "Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!" Was überwiegt?

Nichts von beidem. Es ist ein Geben und Nehmen. Ich freue mich, wenn ich ein Rezensionsexemplar bekomme, und die Verlage erhalten durch die Buchbesprechung auf meinem Blog eine zusätzliche Werbeplattform. Es ist also eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren?

Ich bin ja noch Blogger-Anfängerin und freue mich erst mal auf viele nette Kontakte und Kommentare, so dass ich in der Bücherblogwelt Fuß fassen kann.

Ein Buch, das fast niemand mag - aber das ich liebe

Henry James: Porträt einer jungen Dame. Diesen Roman mochten viele meiner Studienkolleginnen überhaupt nicht, denn er war ihnen zu "antiquiert". Ich kann diese Meinung überhaupt nicht teilen, sondern finde ihn für die damalige Zeit sehr modern, denn James erzählt mit psychologischer Finesse das Schicksal des weiblichen Freigeistes Isabel Archer, die trotz Unabhängigkeit und Intelligenz auf den Blender Gilbert Osmond hereinfällt. Der Roman ist toll geschrieben und für mich keinesfalls altbacken.

Ein Buch, das fast alle mögen - aber das mich wütend oder ratlos macht

E. L. James: Fifty Shades of Grey. Der Erfolg dieses völlig unspektakulären Romans ist mir absolut unverständlich. Die Protagonisten sind personifizierte Klischees, und die Geschichte ist alles andere als aufregend. Es ist mir daher völlig unerklärlich, warum man um diesen Roman einen solchen Hype veranstaltet hat. Und dann hat man ihn auch noch zum erotischen Roman stilisiert. Nur gut, dass Anais Nin und Henry Miller das nicht mehr erleben müssen.

Ein Buch, das ich bekannter gemacht habe

Ein Buch, das ich in Deutschland bekannter gemacht habe, ist der einzigartige Science-Fiction-Thriller The Curiosity des amerikanischen Autors Stephen P. Kiernan. Ich kann nicht nachvollziehen, warum dieses außergewöhnliche Buch noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, denn es würde meines Erachtens mit Sicherheit auch hier die Bestsellerlisten stürmen.

Ein schlechtes Buch, das ich gut fand

Die Frage ist: Was ist ein schlechtes Buch? Nach meiner Definition ist es ein Roman o.ä., der von der etablierten Literaturkritik aufgrund mangelnder Wertigkeit weitestgehend ausgespart wurde. Insofern nenne ich jetzt hier mal die Autobiographie des österreichischen Schauspielers Helmut Berger mit dem bezeichnenden Titel Ich. Er war ein exzellenter Mime in den 70er Jahren, wurde jedoch zumeist auf den schillernden Paradiesvogel und Liebling des Jet Sets reduziert. Heute fällt er allerdings nur noch durch peinliches Verhalten auf, was sehr schade ist, denn er hätte Potential zu Größerem gehabt. Seine Autobiografie ist eine herrlich erfrischende und sehr unterhaltsame Art der Selbstbeweihräucherung - aus diesem Grunde liebe ich das Buch und lese es auch von Zeit zu Zeit immer gerne mal wieder.

Ein gutes Buch, das ich schlecht fand

Wiedersehen in Howards End von Edward M. Forster. Der Roman ist zweifellos ein Klassiker der englischen Literatur, aber er hat mich nie begeistern können, weil mich die Story und die Hauptfiguren nicht ansprachen. Das Buch fällt für mich eher unter die Kategorie "gepflegte Langeweile".

Ein Geheimtipp, der bisher in Blogs kaum besprochen wurde

Ein Geheimtipp ist für mich der Roman, den ich gerade beendet habe und bald rezensieren werde: Die stille Frau von A. S. A. Harrison. Er beinhaltet ein grandioses Psychoduell eines oberflächlich perfekten Paares, das zu einem perfiden Katz-und-Maus-Spiel mit tödlichem Ausgang mutiert. Das Buch ist sehr klug konzipiert und exzellent geschrieben!

Autor*innen, die tolle Inhalte auf Facebook und Twitter posten

Ich bin zwar kein unbedingter Fan von historischen Romanen, aber es gibt eine Schriftstellerin, von der ich kein Buch verpasse und die darüber hinaus noch sehr ansprechende Inhalte auf Twitter und Facebook postet: Die amerikanische Autorin Erika Robuck, die ihre Romane um bekannte literarische Größen wie Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald oder Nathaniel Hawthorne zentriert. Bei Twitter findet man sie unter @ErikaRobuck, bei Facebook unter Erika Robuck, Author.

Meine Lieblingskritiker

Meine Lieblingskritiker sind Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek. Das werden sie auch immer bleiben, denn so kluge, streitbare und unterhaltsam-witzige literarische Experten wird es meines Erachtens nicht mehr geben. Auch wenn ich ihre Ansichten nicht immer nachvollziehen konnte, fand ich doch ihre Wortduelle stets großartig. Für mich müssen Literaturkritiker neben einem profunden literarischen Wissen immer auch Primadonna-Flair haben und sich selbst schon recht wichtig nehmen. Das macht schließlich ihren besonderen Reiz aus, denn Literaturkritiker sollten schon auch Provokateure und keine handzahmen Nacherzähler sein.

Ein Blogbeitrag von mir selbst, auf den ich stolz bin

Der Blogbeitrag, auf den ich stolz bin, zählt zu meinen frühen Posts. Ich stelle darin die DVD Now: In The Wings On A World Stage, eine Theaterdokumentation über Kevin Spaceys Welttournee als Shakespeares Richard III, vor. Hier der Link: http://a-million-pages.blogspot.de/2015/03/theaterdokumentation-mit-kevin-spacey.html.

Da diese Fragen aber speziell für Buchblogger sind, hier noch der Link zu einer meiner Rezensionen, Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald, die ich gelungen finde: http://a-million-pages.blogspot.de/2015/08/die-dekadenz-des-jazz-age.html.

So, das war's erst mal von mir. Es wäre toll, wenn ihr auch mitmacht. Die Fragen sind doch wirklich sehr ansprechend.

Kommentare:

  1. Hallo Rosa,

    Ich hatte auch auf anderen Blogs schon von dieser Aktion gehört. Sehr schöne Fragen und deine Antworten geben einen tollen Einblick, was dich als Person und Blogger ausmacht.

    Liebe Grüße, Bee

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  2. Liebe Bee,

    vielen Dank für dein Feedback.

    Ja, die Fragen haben mich sofort angesprochen. Ich finde es sehr spannend, auch mal ein paar Eindrücke von der Person hinter dem Blogger zu erhalten. Ich hoffe, es machen viele mit.

    Liebe Grüße

    Rosa

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  3. Hallöchen,

    ich bin über LovelyBooks zu dir gestolpert. Ein wirklich schöner Blog dem ich gerne als Leser folge.
    Ein sehr interessanter Post mit tollen Fragen (und Antworten) sehr interessant zu lesen.
    Ich sollte mir vielleicht doch mal überlegen eine "über mich" Seite zu gestalten....
    Vielleicht hast du ja (auch ohne 'über-mich' Seite) Lust bei mir vorbei zu schauen :D
    misshappyreading’s Buchblog

    Wünsche dir noch ein schönes Wochenende :-*

    Nadine ♥

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  4. Liebe Nadine,

    herzlichen Dank! Dein positives Feedback freut mich sehr.

    Ich habe gerade mal auf Deinen Blog geschaut und kann das Kompliment nur zurückgeben. Dein Blog hat ein tolles Design und, was noch wichtiger ist, deine Rezensionen sind sehr gut. Ich habe mir schon zwei Büchertipps von dir notiert: Der freundliche Mr. Crippen und Das Haus der dunklen Träume.

    Ich werde dir als Leserin folgen - ich versuch's mal über BlogLovin.

    Apropos About Me Seite: Ich werde hoffentlich bald zu WordPress umziehen und dann lege ich mir eine solche Seite an, obwohl ich sie nicht für so wichtig halte.

    Viele Grüße

    Rosa

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